Das ist der DEAL!

Krebsforscherinnen, Virologen, Klimaforscherinnen – Wissenschaftler*innen in Deutschland verlassen sich auf die Dienste von Zeitschriften, um Hypothesen zu diskutieren, ihre Methoden zu validieren und ihre Ergebnisse in mehr als 100.000 begutachteten Artikeln pro Jahr zu verbreiten. Publizieren ist ein integraler Bestandteil des Forschungsprozesses und trägt zum Fortschritt der Wissenschaft bei, indem neue Entdeckungen auf bereits etablierten Ergebnissen immer weiter aufbauen. Je weiter die Forschung verbreitet wird, desto größer ist ihre Wirkung, und desto schneller kann die Wissenschaft voranschreiten. Doch das nach wie vor dominante, auf Subskriptionen beruhende Geschäftsmodell hinter den wissenschaftlichen Zeitschriften behindert genau diesen Prozess. Deshalb hat die Allianz der Wissenschaftsorganisationen das Projekt DEAL initiiert, um mit Zeitschriftenverlagen ein neues Finanzierungsmodell zu verhandeln, das die offene Verbreitung von Forschungsergebnissen aus Deutschland ermöglicht.

Es ist Zeit, das System zu verändern

Das Subskriptionssystem zwingt Forscher*innen, die in wissenschaftlichen Zeitschriften publizieren, alle Nutzungs- und Verbreitungsrechte an ihren Arbeiten exklusiv an die Verlage zu übertragen, welche diese dann im Gegenzug vielfach verkaufen; allerdings können sich bei Weitem nicht alle, die Fachliteratur benötigen oder an ihr interessiert sind, die teuren Zugangslizenzen leisten. So werden die Früchte der deutschen Forschung weiten Teilen der Wissenschaft und Gesellschaft vorenthalten. Gleichzeitig erreichen die jährlichen Subskriptionsausgaben der deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken immer unerschwinglichere Dimensionen, auch wenn ihre genaue Höhe aufgrund von vertraglichen Geheimhaltungsklauseln nicht bekannt ist. Weitere Kostensteigerungen entstehen dadurch, dass Wissenschaftler*innen, die sich für ihre Beiträge in den Subskriptionszeitschriften erhöhte Sichtbarkeit und bessere Nutzungsmöglichkeiten wünschen, Open Access-Rechte direkt erwerben – gegen eine zusätzliche Gebühr.

Diese intransparenten, doppelten Finanzierungsströme sind nicht nur unwirtschaftlich, sondern führen zu gravierenden Nachteilen für die gesamte Bildungs- und Wissenslandschaft in Deutschland.

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Der Ansatz von Projekt DEAL

Die deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, vertreten in der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, haben gemeinsam das Projekt DEAL ins Leben gerufen, um die Geschäftsbeziehungen zu den großen, meistgenutzten Fachverlagen auf eine neue Grundlage zu stellen. Die DEAL-Verträge widmen die kollektiven Bibliotheksausgaben für Zeitschriftensubskriptionen um und geben dadurch den Wissenschaftler*innen in Deutschland die Möglichkeit, alle Rechte an ihren Arbeiten zu behalten, die Freiheit, in den Zeitschriften ihrer Wahl zu publizieren und die notwendigen Mittel, um dies auf dem offenen Weg zu tun, sodass sie die maximale globale Sichtbarkeit und Wirkung für ihre Forschung erhalten.

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Kosten reduzieren und neu verteilen

Die DEAL-Verträge etablieren ein faires und transparentes Preismodell zur Finanzierung der Dienste von wissenschaftlichen Zeitschriften. Die bisherigen Subskriptionsausgaben der deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden umgewidmet und in eine feste, die Kosten für Open-Access-Publikationsdienste und den Lesezugriff gleichermaßen abdeckende Gebühr pro publizierten Artikel zusammengeführt. Bei gleichbleibendem Ausgabeniveau wird so über die DEAL-Verträge ein breiteres Spektrum an Verlagsdienstleistungen finanziert und gleichzeitig ein Rahmen geschaffen, der es hunderten von Institutionen gleichzeitig ermöglicht, ihre Verlagsausgaben konsequent auf das Open Access-Publizieren auszurichten.

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Das DEAL Kostenmodellierungstool

Das DEAL Kostenmodellierungstool ermöglicht es den wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, ihre mittelfristige Ausgabenentwicklung bei den Verlagen Wiley und Springer Nature unter Annahme verschiedener Szenarien abzuschätzen. Das Tool bietet ihnen Einblicke in die Trends und Bedarfe ihrer Autor*innen in Bezug auf das wissenschaftliche Publizieren sowie die Möglichkeit, ihre individuellen Ausgabenprognosen für diese Szenarien mit ihren DEAL-Vertragskosten zu vergleichen.

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